Weinbau in Sachsen
Zum Anbaugebiet Sachsen gehören Rebflächen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die Ertragsrebfläche im Anbaugebiet Sachsen betrug im Jahr 2024 523 Hektar. Davon befinden sich 490 Hektar im Freistaat Sachsen. Am 1. Januar 2016 ist das neue EU-Genehmigungssystem für Rebpflanzungen in Kraft getreten. Die nationale Umsetzung erfolgt durch das Weingesetz, welches für die Jahre 2016 bis 2025 einen Prozentsatz von 0,3% der tatsächlich zum 31. Juli des Vorjahres mit Reben bepflanzten Gesamtfläche für Neuanpflanzungen in ganz Deutschland festlegt.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Kleinwinzer rückläufig. Dieser Rückgang liegt unter anderem an der Überalterung der Winzer und der damit verbundenen Aufgabe der Bewirtschaftung der Rebflächen. Ebenso werden erhöhte Produktionskosten, die das Anbauverfahren unrentabel gestalten, als Grund genannt. Im Gegensatz dazu hat sich die Zahl der im Haupt- und Nebenerwerb tätigen Winzer von insgesamt 34 im Jahr 2007 auf 79 im Jahr 2025 mehr als verdoppelt.
Im Anbaugebiet wird eine Vielzahl von Rebsorten angebaut. Insgesamt sind derzeit 83 Rebsorten registriert. Auf 80 Prozent der Fläche wachsen weiße Rebsorten und auf 20 Prozent rote Rebsorten. Den größten Flächenanteil bei den bestockten weißen Rebsorten haben »Riesling«, »Müller-Thurgau«, »Weißburgunder« und »Grauburgunder«. Bei den roten Sorten besitzen »Spätburgunder« und »Dornfelder« die größte Anbaubedeutung.
Rebsortenspiegel 2025
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 13,3 Hektar neu- und wiederbepflanzt. Dabei wurden wieder mehr Weißweinsorten (7 Hektar) aufgerebt. Bei der bestockten Rebfläche hat die Sorte »Riesling« im Jahr 2025 den Spitzenplatz gegenüber der Sorte »Müller-Thurgau« weiter behaupten können. Entgegen des Trends der letzten Jahre hatten die beiden wichtigsten Rotweinsorten (»Spätburgunder« und »Dornfelder«) 2025 leichte Flächenverluste zu verzeichnen. Derzeit werden im Anbaugebiet Sachsen 66,4 Hektar PIWI Sorten (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) angebaut. Das entspricht 12,4 Prozent der gesamten bestockten Rebfläche im Anbaugebiet.
Die Erträge des sächsischen Weinbaus unterliegen jährlichen Schwankungen. Ursache sind Witterungseinflüsse, wie Winter- und Spätfrostschäden, Hagelereignisse sowie extreme Hitze- und Trockenjahre. Außerdem führen gezielte Schnittmaßnahmen, mit dem Ziel der Steigerung der Qualität der Trauben, zur Mengenreduzierung. Der durchschnittliche Hektarertrag lag im Jahr 2025 bei 56 Hektoliter. Im Vergleich zu anderen deutschen Anbaugebieten wurden im Freistaat Sachsen damit die geringsten Durchschnittserträge erreicht.
Weinjahr 2025
Der folgende Link bietet eine Übersicht zu den Erntedaten für das Jahr 2025 des Weinanbaugebietes Sachsen.
- Auswertung der Erntedaten 2025 (*.pdf, 0,72 MB) Stand: März 2026
Goldriesling
Eine Besonderheit stellt die Rebsorte Goldriesling für das sächsische Weinanbaugebiet dar. Die aus dem Elsass stammende Sorte wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Christian Oberlin aus Colmar gezüchtet. Der Anbau der Rebsorte Goldriesling erfolgt fast ausschließlich im sächsischen Weinanbaugebiet auf insgesamt 28,7 Hektar. Damit zählt der Goldriesling zur 6. wichtigsten Rebsorte in Sachsen.
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist seit 1995 der eingetragene Erhaltungszüchter beim Bundessortenamt in Hannover. Durch den Befall mit dem Grauburgundervirus wird derzeit ein neuer Mutterbestand für den Goldriesling aufgebaut. Das LfULG wird voraussichtlich im Jahr 2030 mit der Abgabe von virusfreien Goldrieslingreisern an Rebschulen beginnen.
Kontakt
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Referat Obst-, Gemüse- und Weinbau
Dr. Gabriele Krieghoff
Telefon: 0351 2612-8707